Erhöhung des Bundeszuschusses für die Künstlersozialkasse:
Ein notwendiger Schritt für die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist ein zentraler Pfeiler der sozialen Absicherung für freiberufliche Künstlerinnen und Künstler sowie Publizistinnen und Publizisten in Deutschland. Durch die Absicherung der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung unterstützt die KSK diejenigen, die aufgrund ihrer unregelmäßigen Einkommensstruktur oft nicht in der Lage sind, selbst eine stabile soziale Absicherung aufzubauen. Sie schafft damit nicht nur eine wichtige Grundlage für die persönliche Sicherheit der Künstler, sondern stärkt auch den Kultur- und Veranstaltungssektor als Ganzes.

Doch die Finanzierung der KSK steht unter Druck. Der Bundesanteil zur Finanzierung der KSK liegt bei zwanzig Prozent – eine Zahl, die seit Jahren konstant geblieben ist, obwohl die Herausforderungen und sozialen Sicherungsbedarfe stetig wachsen.
Die Veranstaltungswirtschaft fordert zwar einen stabilen Abgabesatz für ihre Betriebe, aber das allein reicht nicht aus! Es wird Zeit, dass die Bundesregierung ihrer Verantwortung gerecht wird und ihren Anteil an der Finanzierung der KSK erhöht.

1. Entlastung der Veranstaltungswirtschaft und Stabilisierung der Kostenstruktur

Für die Veranstaltungswirtschaft, die in hohem Maße auf freiberufliche künstlerische Dienstleistungen angewiesen ist, stellt die Künstlersozialabgabe eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Abgabe beträgt derzeit fünf Prozent der Honorarsummen, die an freiberufliche Künstlerinnen und Künstler gezahlt werden. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft, die oft nur über geringe finanzielle Rücklagen verfügen und stark von wirtschaftlichen Schwankungen abhängig sind, wirkt sich diese Abgabe deutlich auf die Gewinnmarge aus.

Eine Erhöhung des Bundeszuschusses könnte dazu beitragen, die Abgabenlast für die Unternehmen zu reduzieren und ihre finanzielle Situation zu stabilisieren. Dies würde nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern auch ihre Fähigkeit, qualitativ hochwertige und innovative Projekte zu realisieren, erhöhen. Eine stabile Veranstaltungswirtschaft ist nicht nur im Interesse der Unternehmerinnen und Unternehmer selbst, sondern auch ein Mehrwert für die gesamte Gesellschaft, die von einem vielfältigen Kulturangebot profitiert.

2. Förderung von Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Stabilität

Die Veranstaltungswirtschaft ist ein bedeutender Arbeitgeber in Deutschland. Die Branche schafft eine Vielzahl an Arbeitsplätzen, die von Künstlern und Technikern bis hin zu Logistikern und Dienstleistern reichen. Ein reduzierter finanzieller Druck durch eine stärkere Bundesbeteiligung an der KSK würde es den Unternehmen ermöglichen, ihre finanziellen Ressourcen in die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen zu investieren, anstatt diese für Abgaben zu verwenden. Eine höhere Flexibilität bei der Investition in Personal und Projekte würde auch dazu beitragen, die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum in der Veranstaltungswirtschaft langfristig zu sichern.

3. Anpassung an steigende Sozialausgaben

Die Kosten der sozialen Absicherung steigen stetig, nicht zuletzt durch eine alternde Gesellschaft und eine wachsende Nachfrage nach sozialer Absicherung im Kulturbereich. Die bisherigen zwanzig Prozent Bundesanteil sind seit Jahren unverändert und berücksichtigen diese Entwicklungen nicht in ausreichendem Maße. Durch eine Anpassung des Bundeszuschusses an die realen Kosten der sozialen Absicherung könnte die KSK finanziell stabilisiert werden, ohne die Veranstaltungswirtschaft weiter zu belasten.

Ein höherer Bundesanteil würde dazu beitragen, dass die Künstlersozialkasse nachhaltig finanziert ist und ihre wichtige Aufgabe auch in Zukunft erfüllen kann. Dies würde auch verhindern, dass in Krisenzeiten die Abgaben für die Unternehmen weiter ansteigen und deren Existenzgrundlage gefährden.

4. Langfristige Sicherung der KSK und Planbarkeit für Unternehmen

Durch eine Erhöhung des Bundeszuschusses würde die Finanzierung der KSK auf eine stabilere Grundlage gestellt. Diese Stabilität ist entscheidend, um die sozialen Absicherungsstrukturen für Künstlerinnen und Künstler langfristig zu sichern, ohne dass bei Finanzierungsengpässen eine Erhöhung der Abgabe für die Veranstaltungswirtschaft erforderlich ist. Die Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft wären weniger stark von möglichen Beitragsanpassungen betroffen und könnten langfristiger planen, was für die wirtschaftliche Stabilität des Sektors von großer Bedeutung ist.

5. Anerkennung der Kulturwirtschaft als essenzieller Wirtschaftszweig

Die Kulturwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland, der nicht nur zur kulturellen Vielfalt, sondern auch zur wirtschaftlichen Wertschöpfung beiträgt. Die Veranstaltungswirtschaft trägt maßgeblich zum Steueraufkommen bei und fördert Tourismus, Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein erhöhter Bundeszuschuss für die KSK würde nicht nur die Anerkennung der kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen dieser Branche durch die Politik ausdrücken, sondern auch ihre Entwicklungsmöglichkeiten stärken.

Eine finanzielle Stärkung der KSK würde dazu beitragen, dass die Kulturwirtschaft auch in Zukunft innovativ, widerstandsfähig und vielfältig bleibt.

6. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung und gerechtere Lastenverteilung

Die Künstlersozialkasse erfüllt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, indem sie Künstlerinnen und Künstlern eine grundlegende soziale Absicherung ermöglicht. Es ist daher nur gerecht, dass die Finanzierung dieser Absicherung nicht allein von den Betrieben getragen wird, die künstlerische Leistungen nutzen, sondern dass auch die Allgemeinheit – vertreten durch den Bund – stärker beteiligt wird. Eine höhere Bundesbeteiligung würde eine gerechtere Lastenverteilung ermöglichen und das System stabilisieren, ohne die wirtschaftliche Belastung einseitig auf die Veranstaltungsbranche abzuwälzen.

Fazit und Forderung: Mehr Bundeszuschuss für eine stabile Kulturwirtschaft

Die Veranstaltungswirtschaft sollte daher nicht nur einen gleichbleibenden Beitragssatz für ihre Unternehmen, sondern auch einen höheren Beitrag des Bundes zur Künstlersozialkasse fordern. Nur so kann die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung dieser Branche gesichert und gefördert werden. Eine Anpassung des Bundesanteils würde nicht nur die soziale Absicherung der Künstlerinnen und Künstler stabilisieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Veranstaltungswirtschaft stärken und deren Fähigkeit, gesellschaftlich wertvolle Projekte zu realisieren, langfristig sichern.

Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung dieser gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird und die Kultur- und Kreativwirtschaft als essenziellen Wirtschaftszweig unterstützt. Nur durch eine faire und nachhaltige Finanzierung der Künstlersozialkasse können wir sicherstellen, dass die kreative Vielfalt in Deutschland auch in Zukunft erhalten bleibt.

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